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Freie Menstruation: Einfach mal laufen lassen

Ein Tampon oder ne Binde zu benutzen ist doch von gestern 😉

Da ich sowieso nicht so viel davon halte, habe ich dir ja schon in diesem Artikel erzählt.

Und na klar, es gibt da auch super coole Alternativen. So was wie die Moskito Menstruationstasse, den Ruby Cup oder Stoffbinden.

So Hilfsmittelchen sind doch schön und gut, aber ich will dir in diesem Artikel mal was ganz anderes zeigen. Ich frag mich nämlich immer, wie die Frauen es so vor tausenden von Jahren gemacht haben. Denn das ist für mich dann das Natürlichste und für uns bestimmt insgeheim auch am coolsten.

Und mein Motto lautet an so Tagen: Wenn da doch was raus will, warum also was reinschieben?

Deswegen erzähle ich dir in diesem Artikel mal was von der freien Menstruation.

 

Was ist freie Menstruation?

Die freie Menstruation kommt ganz ohne Hilfsmittel aus und verzichtet auf Tampons, Binden und der Kram. Ich bin davon total überzeugt und die Variante lässt mich einfach nur gut fühlen.

Wie bin ich denn dazu gekommen?

Es hat sich ganz intuitiv einfach so bei mir vor gut einem Jahr eingeschlichen. Es war Sommer und ich habe hauptsächlich von zu Hause aus gearbeitet. Und weil es viel bequemer ist, trage ich da nur ein leichtes Kleid oder einen Rock, ohne etwas darunter. Und als ich dann mal meine Tage hatte dachte ich mir, ach… ich lass die Buchse einfach mal aus. Ja und das tat ich dann auch.

Ich dachte mich erwartet ein Blutbad… aber ich war erstaunt wie wenig ich geblutet hatte. Unbewusst habe ich das Blut nämlich zurückgehalten und das hab ich dann auf dem Klo einfach schubweise abgelassen.

Coole Sache dachte ich mir. Ja und seit dem mache ich das so.

 

Wie funktioniert das denn genau?

Das Blut läuft aus dem Muttermund runter und sammelt sich in deiner Vagina. Wenn die Muskulatur recht gut drauf ist, kannst du das Blut da sammeln. Irgendwann bekommst du ein Gefühl, dass du mal lieber auf’s Klo gehen solltest und zack… da kommt dann das gesammelte Werk raus.

Ich finde es so richtig spaßig und ich nehme mir auf der Toilette dann auch genügend Zeit. Nichts schnell rausdrücken oder fix abwischen. Wirklich einfach ganz in Ruhe laufen lassen.

Ich geh mal ein bisschen ins Detail. Wenn’s dir also zu ekelig wird, überflieg die Zeilen einfach und fang bei „Ich bin jeden Monat…“ an 😉

Die erste Phase meiner Tage ist sehr sehr dunkelrot, mit vielen Stückchen. Das ist die Gebärmutterschleimhaut die sich gelöst hat und nun rausgespült wird. Dann kommt der schleimige Teil. Ein langer, glitschiger Faden, so 10-15 cm lang schleicht sich raus. An dem laufen rote Tropfen runter. Das war dann der Höhepunkt der Mens bei mir. Von da an wird es immer klarer, weniger und  leicht rot. Und nach 3 Tagen ist alles wieder vorbei.

Ich bin jeden Monat wirklich sehr dankbar für das, was mein Körper da alles macht. Ich meine, er reinigt sich von ganz alleine und lässt das jeden Monat ab, was ihm nicht mehr gut tut. Körperlich UND emotional. Da kann man auch coole Rituale zu machen.

Ich setze mich übrigens auch manchmal in den Schneidersitz auf die Klobrille oder stelle mich auf die Brille und hocke mich einfach drüber, als wäre ich draußen in der Natur. Sieht zwar total verrückt aus, aber so sind deine ganzen Organe in der besten Position um alles loszulassen.

Für die Beckenbodenmuskulatur kann ich dir übrigens total ein Yoni-Ei empfehlen. Den Artikel dazu findest du genau hier

 

Wie ist es Nachts beim schlafen?

Auch da lasse ich alles aus.

Lies dazuNackt schlafen: Warum du es unbedingt ausprobieren solltest

Ich nehme mir meist eine rote Decke als Unterlage oder ein dunkles Handtuch (wobei das nicht so kuschelig für meinen Popo ist 😉 ). Ich schlafe einfach besser wenn ich nicht auf einem weißen Laken schlafe. Und auch da, ich verliere nie etwas. Vielleicht liegt es auch an der horizontalen Lage! Wer weiss?

Falls dir das aber zu unsicher für den Anfang ist, dann trag doch einfach einen Slip. Der verleiht dir vielleicht mehr Sicherheit. Ach… es gibt übrigens richtig coole und sexy Unterwäsche, speziell für deine Tage. Schau mal hier www.shethinx.com

 

Freie Menstruation unterwegs

Auf jedem Klo gibt’s Toilettenpapier und das ist mein Backup-Plan. Und da ich zu meiner roten Phase dann auch mal Slips trage, kann ich das Toilettenpapier da gut reinlegen.

Aber eine Toilette in der Nähe zu wissen ist gut. Denn die wirst du öfter benutzen wollen.

 

Und noch ein paar wertvolle Tipps zum Abschluss:

  • Wähle dunkle oder rote Sachen. Ich bevorzuge da schwarz.
  • Ein roter Waschlappen. Mehrmals täglich wasche ich mich sauber. Hygienischer geht’s nicht!
  • Bloß nicht ekeln! Deine Menstruation ist toll! Baue eine eigene Verbindung mit ihr auf.

So, ich bin gespannt was du davon hältst. Hast du Fragen? Oder möchtest du einfach deinen Senf dazu geben? 😉 Dann schreib’s doch unten in die Kommentare!

 

Viel Spaß beim Laufenlassen!

Bis bald,

Jennifer

 

10 comments

  • Hallo liebe Jennifer,

    tausend Dank für deinen Artikel. Ich habe ihn mit voller Aufmerksamkeit und Neugier gelesen. Bei den „Stückchen“ dachte ich mir kurz bähhh. Aber sonst oder eigentlich war auch nichts ekeliges an deiner Erzählung!

    Ich finde es immer wieder spannend, wie uns die Werbeindustrie dazu erzieht Produkte zu benötigen/zu kaufen.

    Fazit deiner Story, mit einer gesunden Beckenbodenmuskulatur, Wasser, Waschlappen und Zugang zu sauberen Toiletten sind Hilfsmittel wie Binden und Co überflüssig? Dennoch stelle ich es mir im Arbeitsalltag oder für junge Mädchen in Schulen schwierig vor.

    Oder glaubst du, dass mit einem ausreichenden Training der Beckenbodenmuskulatur auch ein Arbeitsalltag im Office ohne Menstruationskappen und CO machbar ist?

    Bei meiner nächsten Periode werde ich es auf jeden Fall einfach mal laufen zu lassen.

    Liebe Grüße
    Ann-Kristin

    • Hallo Ann-Kristin,

      danke für dein Feedback!
      Ich würde es jetzt nicht beschwören, dass es bei jeder mit etwas Beckenbodenraining getan ist.

      Das eigentliche Ding der Menstruation besteht ja auch darin, sich die Zeit zu nehmen um sich zurückzuziehen. Denn es ist ein Moment im Zyklus, bei dem es ums Reflektieren und Loslassen geht. Also eine Innenschau.

      Und das ist in dieser Welt recht schwierig für uns Frauen.
      Es gibt zum Beispiel Büro’s, in der die Frauen sich nach ihrem Zyklus einteilen. Also die die menstruieren, machen interne Büroarbeiten. Die anderen sind in dieser Zeit für die äußeren Sachen zuständig… wie Meetings etc. Und das wechselt dann.

      Und ich versuche den einen Tag meiner Mens so gut es geht zu Hause zu bleiben und mir Ruhe zu gönnen. Denn so geht es mir am besten.

      Schau einfach und probiere für dich aus, in wie weit du dich gut fühlst und was du besonders in der Zeit brauchst. Vielleicht auch einfach einen gammligen Frauenabend, eine warme Dusche oder einen entspannten Spaziergang.

      Hoffe ich konnte dir etwas damit weiterhelfen 🙂

      Ganz lieben Gruß,
      Jennifer

      • Hey Jennifer,

        tausend Dank für deine Antwort! Ich freue mich schon auf deinen nächsten Artikel!

        Das mit dem ‚auf den Körper hören‘ während der Kopf doch so viel will, ist für mich eine ganz persönliche Herausforderung. Ich werde daran arbeiten 😉

        Viele liebe Grüße!!!
        Ann-Kristin

  • Schöner Artikel zur freien Mens. Falls dich mein neues Buch „Die freie Mens“ interessiert und du es in deinem Blog besprechen magst, lass es mich wissen! lg caroline

  • Schöner Artikel!
    Es ist doch immer der Wahnsinn, wie stark dem Theme Ekel anhaftet. Langsam ist es für mich auch richtig stark aufgeladen, dass so viele pikiert reagieren, auch wenn das Bewusstsein immer sensibler wird.
    Ich mach mir mit dem Menstruieren gar keinen Stress mehr. Ich versteh auch gar nicht, wieso immer so vorsichtig geschrieben wird ’nicht für jeden geeignet, nicht für jeden möglich so viel zur Toilette zu gehen‘. Ähm… wieso muss es denn schwarz und weiß sein? Ich trage eine Stoffbinde und wenn ich spüre, dass sich was angestaut hat geh ich zur Toilette. Wenn ich es nicht kann, dann fließt es eben in die Binde. Na und? Ist doch kein Problem. So verwende ich eben anstatt der 12 Binden (wie früher) nur noch 2-3. Auch ne gute Verbesserung. Und da ich sowieso meist bluten muss, wenn ich sowieso zur Toilette muss (es fließt ja einfach ab, wenn man sowieso sitzt), betätige ich auch nicht häufiger die Spülung.
    🙂 Leider kommen immer wieder diese Pseudo-Gegenargumente, wenn jemand einfach nicht ehrlich genug reflektieren kann, dass er mit dem Theme ein Problem hat.
    Naja… einfach weiterhin Offenheit leben. Auch wenn es manchmal anstrengend sein kann.
    Liebe Grüße

    • Yesssss Freya,

      genauso ist es . Einfach mal den Weg vorgehen und weiter so machen.
      Irgendwann entstand ja schließlich so ein Tabu, also kann man dieses auch wieder rückgängig machen. Abgesehen davon macht es so viel mehr Spaß! Es lebt sich freier, bewusster und wie du auch sagst viel umweltfreundlicher 😀

      Schicke dir einen lieben Gruß aus Berlin,
      Jennifer

  • Liebe Jennifer,

    herzlichen Dank, dass du all die Themen rund um Körper, Sexualität, Yoni, Menstruation etc. offen ansprichst und andere an deinen persönlichen Erfahrungen teilhaben lässt!
    Ich selbst lasse seit einigen Jahren meine Mens frei laufen, erst bin ich von Tampons auf Binden umgestiegen, zwischenzeitlich habe ich durch das Cantienica Beckenbodentrainign meine Beckenbodenmuskulatur trainiert, übrigens bezieht dieses Training über den Beckenboden den ganzen Körper ein (siehe: http://www.cantienica.com). ist einfach toll! Dadurch (ein mir zuvor unbekannter Nebeneffekt, doch Frau Cantienica schreibt darüber auch in ihrem Buch Cat-Power) und durch das verwenden von Binden habe ich meine Blutung viel bewusster wahrgenommen und mit der Zeit konnte ich spüren, jetzt ist „sie“ voll und ging zur Toilette und die Binde blieb trocken. Manchmal läuft das Blut noch in die Binde, meist dann, wenn ich mir nicht die Zeit und Ruhe für mich während meiner Mens nehme, also weniger auf mich achte. Ja, und seit neuestem sammle ich mein Blut in einem verschraubbaren Glas und bringe das Blut Mutter Erde, denn dort gehört es ja hin, nicht in die Klospülung, das fühlte sich für mich immer unnatürlicher an. Auf diese Weise ehre ich mein Blut, das der Frauen und den Zyklus und übergebe es für Heilung und in Dankbarkeit an Mutter Erde. Dort gehört die Kraft des Mensblutes hin! Herzliche Grüße, Marijana

    • Hallo liebe Marijana,

      ich habe deine Erfahrungen mit Freude und voller Neugierde gelesen und bin dir für’s Teilen sehr dankbar! Das wird viele Frauen bestimmt inspirieren 🙂
      Ich kann alles direkt unterschreiben und ich merke bei mir einen totalen Drang, immer mehr raus zu gehen in die Natur und dort mein Blut zu lassen. Einmal war es sogar direkt im Vollmondschein… das war geil ey!

      Eine neue Verbindung zu sich und seiner Menstruation aufzubauen ist ein Prozess und braucht etwas Zeit. Aber danach will man… naja eher Frau, es nicht mehr missen.

      Danke für deinen Kommentar!

      Alles Liebe,
      Jennifer

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