„Och, Jenni… keinen Sex. Warum machst du denn sowas?“ Diesen Satz und das dann noch getoppt mit einem mitleidenden Blick. Du glaubst nicht wie ich oft ich den bekommen habe. Und ein „Ich könnte das nicht!“ wurde dann auch noch schnell hinterhergelegt.

Ja es stimmt, ich habe nicht geknutscht und auch nicht gefummelt. Es lief wirklich nix! Aber das war mit Sicherheit nicht so wie bei Josh Hartnett in 40 Tage 40 Nächte. Ich musste mich nicht zurückhalten jeden Mann gleich zu bespringen, denn ich hatte mir das damals nicht vorgenommen. Die Zeit ist einfach ganz fix vergangen 😉

 

Wie hat das denn angefangen?

Nachdem damals eine Geschichte mit einem Typen zu Ende ging, wollte ich das erst mal sacken lassen. Zudem kam noch, dass ich Ausschlag im Intimbereich bekommen habe. Dadurch fühlte ich mich natürlich nicht wirklich sexy. Ich habe das als Zeichen von meinem Körper gesehen, der mir wohl irgendwas damit sagen wollte.

Es war sowieso eine Zeit, in der ich mich ganz viel mit mir selbst beschäftigt hatte. Ich habe super viel reflektiert, Gewohnheiten geändert, Freundeskreise gewechselt und angefangen zu meditieren. Und als ich mich dann mit den Chakren beschäftigt hatte und im 2. zugange war, habe ich gemerkt dass da einiges an Gefühlen steckt, von denen ich bis dato keine Ahnung hatte.

Das hat mir gesagt, dass ich da erst mal hingucken möchte und meinem Körper eine Erholung gönne. Meine Vermutung waren die ganzen bisherigen Erfahrungen in Sachen Sex.

Fest stand also: So wie ich bisher immer Sex hattet, will ich das nicht mehr! Ich möchte Spaß haben, ich möchte mehr spüren und eine tiefere Verbindung für diesen Moment haben.

Und somit begann also mein Reset in puncto Sex!

 

Hatte ich denn gar keine Lust auf Sex?

Mmmhhhh… es gab bestimmt mal Phasen. Aber so ein richtig krasses Verlangen hatte ich nicht, nein. Ich habe stattdessen gemerkt, wie mir das hilft mehr bei mir zu sein und ich habe mich und meinen Körper auch in dieser Zeit so gut wie noch nie zuvor kennengelernt. Aber das war ja auch das was ich wollte. Mich von alten Verhalten frei machen und mich mal so richtig aufklären. Halt mal kurz den Stecker ziehen und neu ordnen.

Und wovon ich total überrascht war:

Ich habe in dieser Zeit erst mal gelernt, was es heißt, einen viel innigeren Kontakt zu Menschen zu haben. Das hatte ich beim Sex noch nichtmal. Nur weil man nackt ist und ineinander steckt, heißt es nämlich noch lange nicht, dass man sich auch nah ist.

Und weil ich diese Erkenntnis hatte, habe ich einen riesen Glaubenssatz von mir aufgelöst… und zwar: „Frauen und Männer können nicht nur befreundet sein.“ Es war nämlich nie ein Mann in meiner Wohnung, mit dem nichts lief. (Abgesehen von meinem besten Freund, den ich aber schon seit 30 Jahren kenne.) Und seit ich den Glauben abgelegt habe entstehen echt schöne Momente mit Männern. Und ja… ganz ohne sexuellen Hintergedanken.

Das macht einiges leichter!

 

Hat sich sonst noch etwas dadurch geändert?

Ja, und zwar habe angefangen mein Bett zu teilen. Immer wenn ich Besuch habe, schlafen meine Gäste direkt neben mir in meinem Bett. Zum einen ist das echt intimer und zum anderen muss nicht kein Extrabett aufgebaut werden 😉 So ist man sich einfach viel näher und schafft eine Verbindung. Mit einer Freundin von mir habe ich das sogar auch mal mit dem Nacktschlafen getestet. Das war für uns beide doch schon irgendwie komisch, aber trotzdem echt cool!

 

 

Solltest du auch mal für eine Zeit keinen Sex haben?

Also ich finde du solltest für dich gucken, ob dich der Sex den du jetzt gerade hast befriedigt. Und ich meine das nicht (nur) körperlich, sondern emotional. Denn um das geht es letztendlich. Herauszufinden was du willst, was dir Spaß macht und was dir guttut.

Deswegen hier mal ein paar Fragen die du dir stellen kannst:

  • Wie fühle ich mich nach dem Sex? Bin ich voller Energie und fühle mich genährt und ausgeglichen? Oder schleicht sich Scham oder eine Traurigkeit ein?
  • Auf was stehe ich? Mag ich es eher sanft und sinnlich? Finde ich es scharf wenn ich dominiere? Oder stehe ich total auf anal?
  • Teile ich meine Vorlieben? Weiß mein Partner überhaupt was ich will? Habe ich ihm das schon mal gesagt?

 

Das heißt also nicht, dass ich es jeden empfehlen würde. Ich möchte damit einfach nur sagen, dass man mit jemanden genauso gut über sich erfahren kann. Wichtig ist nur, einfach mal etwas zu reflektieren.

Für mich waren diese 20 Monaten genau das, was ich anscheinend gebraucht habe.

Ich bin auf deine Kommentare gespannt. Kennst du denn auch so „Trockenphasen“?

 

So, bin dann mal weg hier!

 

Jennifer
http://www.sheflows.de
Hallöchen, ich bin Jennifer. Ich möchte spüren, ich will wissen was ich will und was ich brauche. Ich will mich selbst einfach am besten kennen. In mir steckt noch viel Ungeahntes das entdeckt werden will. Und ich vermute in dir auch. Deswegen habe ich She flows gegründet. Ich zeige dir, wie du dich wieder mehr mit deinem Körper verbindest, deine Sexualität neu entdeckst und sie mit Spaß auslebst. Worauf wartest du? Los geht's!
  • miotra

    Spannend, dass genau dieser Artikel gerade gekommen ist. Letzte Woche hatte ich nämlich eine Erkenntnis, die ganz gut dazu passt.
    Seit der Geburt meines Kindes vor 2,5 Jahren habe ich eigentlich keinen Sex mehr. Die Geburt verlief traumatisch, seitdem hatte ich immer extreme Schmerzen beim Sex, keine Menstruation und war total trocken, als ob mein Körper gesagt hat: stopp, keinen Sex, keine Kinder mehr.
    Nun scheint alles wieder besser zu werden mit den körperlichen Symptomen, aber Lust ist dennoch nicht in mir entflammt. Ich habe neulich einmal mein gesamtes Sexleben Revue passieren lassen und gemerkt, dass ich viele wirklich blöde Erfahrungen machen musste. Außerdem dachte ich anscheinend immer, dass körperliche Nähe nur durch Sex möglich sei (wie bei so Kindern, die sich schlagen, weil sie Körperkontakt brauchen). Weswegen ich es meist auch schnell dazu habe kommen lassen, ohne große Zärtlichkeiten. Und immer ließ mich Sex leer und unbefriedigt zurück. Echt doof.
    Naja, die Erkenntnis hatte ich letzte Woche. Ich weiß noch nicht so recht was ich damit anfangen soll und wie ich all das verarbeiten soll´, damit es schön werden kann.
    Ich habe mir folgende Übung überlegt: Mir eine doofe Situation von damals vornehmen, mich ganz intensiv da hineinbegeben und mir dann ganz intensiv vorstellen, etwas anders gemacht zu haben (zärtlich sein, reden, Dinge artikulieren, jemanden eine Ohrfeige verpassen und mich verpissen….)
    Das spannende ist, dass ich wegen meiner fehlenden Lust vorher bei Ärzten war – keine auffälligen Befunde, schon bei einer Heilpraktikerin, die die Ursachen bei meiner Mutter oder früheren Seelenleben gesucht hat… naja, das mag ja auch alles mit reinspielen. Aber ich glaube es lohnt sich, erst mal in meinem (Sex)Leben aufzuräumen. Was für Tipps/Übungen gibt es denn so, um sich mit der Vergangenheit zu befassen?
    Ich habe seit einiger Zeit angefangen mit vielen meiner Freundinnen und Freunde über das Thema zu reden und habe gemerkt, dass wir alle irgendwie derartige (Lust)Probleme oder doofe Situationen von früher mit uns herumschleppen. Es tut gut, sich auszutauschen und aus dem Schweigen herauszutreten. Kein Tabu mehr daraus zu machen. Außerdem gehe ich seit einiger Zeit zum Kickboxen, das tut wirklich sehr gut.
    Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Artikel und hoffe wir Frauen finden zu unserer Kraft 🙂

    Freitag, 1. September 2017 um 11:24 Uhr
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    01
    • Jennifer
      http://www.sheflows.de

      Hi du Liebe,

      vielen Dank für deinen ehrlichen Kommentar und das Teilen!
      Die Technik die du nennst habe ich auch eine Zeit genutzt.
      Merkst du dadurch eine Veränderung?

      Das was aus der Vergangenheit meist bleibt ist nicht unbedingt die Story, sondern die Gefühle. Und die sind meistens noch im Körper drin. Deswegen ist meine Methode „Fühlen“. Und in wie weit kannst du es annehmen und dir selbst verzeihen, dass du diese Erfahrungen gemacht hast.

      Oft geben wir anderen dafür die Schuld und verzeihen ihnen (nach einiger Zeit). Doch wenn es um uns selbst geht… dann wird’s echt tricky. Ist nämlich nicht so leicht sich selbst zu verzeihen. 🙁

      Hilft dir das?

      Liebe Grüße,
      Jennifer

      Dienstag, 5. September 2017 um 17:30 Uhr
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      02
      • miotra

        Ach, so eine schnelle Antwort 🙂
        Ja, Gefühle fühlen. Da bin ich auch gerade dabei das „wiederzuelernen“. Mein Kind kann das ja so super. Manchmal merke ich, dass in mir was steckt, was rauswill, z.b. Wut oder Trauer und es ist wie mit dem Nieser , was du beschreibst, es kommt dann aber eben irgendwie nicht so einfach raus. Wie eine Blockade. Es ist eher im Kopf der große Wunsch, dass endlich mal alles rauskann, aber auch Angst, vor dem, was an geballter Kraft mit rauskommt. Aber: ich werde „weiterüben“. Danke für die Tipps!!

        Also das mit dem von mir beschriebenen Kopfkino hilft mir insofern, dass ich ersteinmal merke: was genau habe ich da eigentlich gefühlt, gedacht, gewollt… und das verbindet mich schon mit mir, es erleichtert mir den Zugang. Und bei einer Geschichte, wo ich dem Mann überfordert habe, hat es mir auf einmal sehr leid getan und ich war dann froh, die Geschichte im Kopf anders lenken zu können und habe mich dann auch für ihn gefreut. Er hat vielleicht nichts davon, aber vielleicht spürt er ja auch unbewusst, dass ich ihm da Liebe sende…

        Ja, mir verzeihen! Gutes Stichwort. Das nehme ich die nächsten Tage wieder auf!

        Danke, ach, wie spannend das alles ist!!

        Bis zum nächsten Mal,
        alles Liebe

        Freitag, 8. September 2017 um 0:10 Uhr
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        03
        • Jennifer
          http://www.sheflows.de

          Hahaha… ohja, und es wird immer spannend bleiben!
          Schön das ich dir etwas helfen konnte 🙂

          Donnerstag, 14. September 2017 um 16:57 Uhr
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          04
  • Charlott

    Hallo ihr Lieben, ich habe seit Monaten keinen Penetrativen Sex, on/off schon seit zwei Jahren. Habe aber dennoch intime Berührungen. Ich merke nur, dass ich mich oftmals rechtfertige, Scham empfinde und mich verpflichtet fühle Sex haben zu müssen oder dem Mann/ der Frau Befriedigung zu verschaffen. Oftmals geht es so gar bei mir so weit, dass ich verkrampft bin, trocken und regelrecht Angst davor habe zum Orgasmus zu kommen, denn ich will nicht das Gefühl haben ich muss jetzt auch eine Performance ab liefern. Manchmal, wenn ich Penetration doch zu lasse merke ich wie ich danach nicht wirklich emotional glücklich bin, so wie du oben beschrieben hast. Diese Männer lieben mich nicht und ich liebe sie auch nicht wirklich und warten tun sie nicht… Ich ziehe immer wieder die gleichen offenen, poly Menschen an, die hauptsächlich Sex wollen. Ab und an sind auch echt tolle Männer dabei, aber im Grunde wollen sie nur Penetration und ich bin einfach unsicher, unglücklich und setze mich selbst unter Druck und werde unter Druck gesetzt was kann ich tun? Monatelang keinen Sex löst auch nicht das Problem, wenn es dann nämlich wieder so weit ist, gehe ich oftmals wieder mit so einem blöden Gefühl aus dem intimen Kontakt wieder raus. Ich bin auch oftmals unzufrieden mit der Sexuellen Stimulation und habe oftmals das Gefühl ich masturbiere mit Hilfe. Ich vermisse den Sex mit meinem ersten Freund er konnte mich gleichzeitig klitoral stimulieren… Männer sagen mir oft ich habe zu hohe Ansprüche, sei zu empfindlich und komisch in meiner Sexualität, dass fördert auch nicht gerade mein Wohlbefinden. Ach Scheiße, da ist so viel Müll der gerade nur durch diesen Artikel hoch kommt und ich spüre schon wie es mir unangenehm ist so viel zu schreiben, weil ich dreh mich eh nur im Kreis und das schon seit zwei Jahren. Ach man zum einen liebe ich meine Sexualität und zum anderen hasse ich sie!So jetzt reichts! Alles Liebe, Charlott

    Donnerstag, 14. September 2017 um 9:00 Uhr
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    05
    • Jennifer
      http://www.sheflows.de

      Hey liebe Charlotte,
      du glaubst gar nicht wie mir das alles bekannt vorkommt! Ich habe selbst mit einer Freundin in den letzten Tagen über diese Thematik gesprochen.

      Die jetzige Zeit ist total im Wandel. Und es kommen (speziell in sexueller Hinsicht) einige alte Strukturen ans Licht, die nicht mehr Zeitgemäß sind. Wie dieses „einfach nur Sex haben“ aka Penetrieren – rein raus.

      Da steckt so viel Konditionierung drin, dass man zwischen mitmachen und weggehen steht.
      Zum einen kommt da die Sache mit dem Selbstwert. Viele (ich mit eingeschlossen) hatten Sex, weil es eine Art Bestätigung war. Hinzu kommt, dass es Frauen früher als Macht Möglichkeit sahen. Wir können Männer verführen. Das steckt in uns allen, wenn wir wollen.

      Und ich glaube, dass es jetzt zu einer neuen Zeit kommt, wo nicht mehr nur penetriert wird, sondern was neues entstehen soll zwischen zwei Menschen. Sie schaffen zusammen eine höhere Sache.
      Ha, und während ich hier so schreibe, baut sich ein Gewitter hier aus. Passt ganz gut dazu 😉

      Bleib dir treu Charlott! Auch wenn es im Moment echt kacke ist.
      Denn so wirst du in deinem neuen Denken und Fühlen viel fester und ziehst Männer an, die damit auch klar kommen.

      Fühl dich umarmt!
      Jennifer

      Donnerstag, 14. September 2017 um 17:10 Uhr
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      06
  • Marion

    Hallo,

    ich habe auch seit einiger Zeit derartige Probleme (seit etwa 2 – 2,5 Jahren).

    Seit 1,5 Jahren bin ich in einer Beziehung. Ansich ist die Beziehung meist harmonisch.
    In der Anfangsphase mit frischer Verliebtheit hat mir Sex wieder etwas mehr Spaß gemacht, doch nach 5 bis 6 Monaten hat die Lust darauf nachgelassen und das immer mehr….

    Inzwischen habe ich höchsten 2 x im Monat Sex mit meinem Freund und eigentlich macht es mir gar keinen Spaß mehr und ich mache nur ihm zuliebe mit. Meinem Freund ist das zu wenig und es gibt eigentlich kaum „unsexuelle“ Annäherungen. Ich trau mich gar nicht mehr richtig knutschen oder kuscheln, weil dann sicher mehr draus werden soll und mir nicht danach ist. Das macht mich sehr traurig.

    In 2 vorherigen Beziehungen war es genauso, nur, dass diese nicht „so lange“ hielten. Es scheint sich immer zu wiederholen, irgendwann komme ich an diesen Punk und es gibt irgendwie keine Umkehr/keine Lösung – außer, dass ich aus der Beziehung „fliehe“, also Schluss mache.

    Ich habe viel überlegt, finde aber auch keine Dinge die mich reizen (Dinge zum Ausprobieren mit meinem Freund).
    Manchmal habe ich sehr den Eindruck, dass ich nicht monogam sein kann und das mein größtes Problem ist. Weiter gibt es auch ein gewisses Interesse an Frauen, dass ich aber noch nicht allzu sehr erforschen konnte.

    Derzeit weiß ich nicht weiter. Mit meinem Freund kann ich nicht wirklich über diese Gedanken reden, er wird nur sauer und hat wahrscheinlich kein Verständnis.

    Viele Grüße,

    Marion

    Donnerstag, 21. September 2017 um 23:35 Uhr
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    07

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